Coronavirus | COVID-19
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24.06.2022
Erster COVID-19-Ganzvirus-Impfstoff vor Zulassung
Mehr lesenMit der Empfehlung zur Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur könnte bald ein sechster COVID-19-Impfstoff in der Europäischen Union zur Verfügung stehen.
Wien, 24. Juni 2022 – Das französisch-österreichische Unternehmen Valneva hat sich bei der Entwicklung des COVID-19-Impfstoffes in Ergänzung zu den bereits zugelassenen Impfstoffen auf einen Ganzvirus-Impfstoff konzentriert, der das SARS-CoV-2-Virus in inaktivierter Form enthält. Mag. Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, bewertet dies als eine weitere, wichtige Errungenschaft in der Bekämpfung der Pandemie: „Es ist erfreulich, wenn sich der enorme Einsatz der Forscherinnen und Forscher sowie derjenigen, die an den klinischen Studien beteiligt sind und aller anderen Involvierten am Ende des Tages lohnt. Es ist ein großer Erfolg, wenn diese Arbeit nun aller Voraussicht nach schon sehr bald in eine Zulassung eines weiteren COVID-19-Vakzins mündet. Besonders erfreulich ist in diesem Fall, dass die Entwicklung dieses COVID-19-Impfstoffes zu großen Teilen in Wien erfolgte. Hier unterhält das Unternehmen eine Niederlassung für die präklinische und klinische Forschung und Prozessentwicklung.“ Die Produktion der Impfstoffdosen erfolgt an den Produktionsstandorten des Unternehmens in Schottland und Schweden sowie bei einem Partnerunternehmen in Deutschland.
Neben den bisher zur Verfügung stehenden jeweils zwei mRNA- und Vektor-Impfstoffen sowie einem Impfstoff auf Protein-Basis wäre das Ganzkörpervirus-Vakzin von Valneva eine weitere Ergänzung im Impfstoff-Angebot der Europäischen Union, um die Bürgerinnen und Bürger vor schweren Krankheitsverläufen und Krankenhausaufenthalten bei einer COVID-19-Erkrankung zu schützen. „Gerade jetzt, wo die Zahl der Ansteckungen wieder sehr stark ansteigt, ist es wichtig, eine gewisse Vielfalt an COVID-19-Impfstoffen zur Verfügung zu haben“, ist Herzog überzeugt. Denn über die letzten Monate hat die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, enorm abgenommen. Möglicherweise unterstützt das Vorhandensein eines Vakzins, das auf einer älteren Technologie beruht, jene Menschen in ihrer Entscheidung, sich impfen zu lassen, die bisher aus Unsicherheit verzichtet haben.
„Es ist wichtig, dass die Bereitschaft bei allen vorhanden ist, das Angebot anzunehmen, das uns davor schützt, schwer am Sars-CoV-2-Virus zu erkranken. Vor allem deshalb, um den eigenen Körper nicht zu gefährden. Letzten Endes aber auch im Sinne der Reduktion der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Pandemie, die uns alle leider schon so lange fordert“, so Herzog.
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Kommentar von Mag. Alexander HerzogEin Königreich für ein Pferd(eentwurmungsmittel)!
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01.12.2021
Impfungen als einziger Ausweg aus der Pandemie
Mehr lesenCOVID-19-Impfstoffe sind sicher und wirksam. Mehr Solidarität und Überzeugungsarbeit sind notwendig.
Wien, 1. Dezember 2021 – Die COVID-19-Impfungen, die in Österreich in ausreichendem Maße verfügbar sind, sind wirksam und sicher. Angesichts dessen, dass aufgrund der Überlastung des Gesundheitssystems ein neuerlicher Lockdown notwendig wurde und angesichts immer neuer Varianten von Sars-CoV-2, ist es für PHARMIG-Generalsekretär Alexander Herzog mittlerweile höchst an der Zeit, dass mehr Bemühungen in die Überzeugungsarbeit gesteckt werden: „Es sind noch immer viel zu viele Menschen ungeimpft. Das hat unterschiedliche Gründe. Einige können die Impfung aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht in Anspruch nehmen. Doch die Mehrzahl könnte sich impfen lassen, tut es aber aus Angst, Skepsis oder gar Ignoranz nicht. Diese Menschen zu überzeugen ist die Voraussetzung dafür, dass wir endlich aus der Pandemie herauskommen.“
Die PHARMIG begrüßt die heute in einer Pressekonferenz des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller getätigten Aussagen und Aufrufe zur Steigerung der Durchimpfungsraten in Österreich. „Wir alle sind gefordert, Überzeugungsarbeit zu leisten. Sei es im Gespräch mit Familienmitgliedern, Freunden oder Arbeitskollegen. Es ist aber vor allem die Politik gefordert, Maßnahmen zu setzen, um die Skepsis gegenüber den wirksamen und sicheren COVID-19-Impfungen zu reduzieren. Wir brauchen schlicht mehr Solidarität“, ist Herzog überzeugt.
Laut jüngsten Zahlen, die der Virologe Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer in der oben erwähnten Pressekonferenz heute präsentiert hat, ist mit ca. 86 Prozent der Großteil der Patienten, die derzeit mit einer Sars-CoV-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden müssen, ungeimpft. Noch eklatanter ist die Situation auf den Intensivstationen. Dort sind 91 Prozent der COVID-19-Patienten ungeimpft. „Das ist ein eindrücklicher Beweis dafür, wie wirksam die Impfungen sind und wie wichtig es für einen selbst, aber eben auch für die Gemeinschaft ist, dass man sich durch eine Impfung vor einer schweren Erkrankung schützt“, betont Herzog.
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Wie es gelingen kann, die weltweite Impfquote bei COVID-19 zu erhöhen? Nicht durch die Aufhebung des Patentschutzes, wie wir finden. Denn die Impfstoffproduktion läuft bereits auf Hochtouren, wie diese Grafiken veranschaulichen. Nicht die Produktion, sondern die Verteilung ist mangelhaft. Ebenso die Impfbereitschaft, wie wir mit dieser Grafik ebenfalls aufzeigen.
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24.11.2021
Weltweite Impfstoff-Verteilung mit gezielten Maßnahmen verbessern
Mehr lesenNicht der Patentschutz, sondern mangelnde Infrastruktur, Verteilung und Akzeptanz sind Hürden bei der Durchimpfung der Weltbevölkerung.
Wien, 24. November 2021 – 0,5 Prozent der Menschen in der Demokratischen Republik Kongo haben bislang eine Dosis eines COVID-19-Impfstoffes erhalten. In Gibraltar sind es fast 100 Prozent. Gleichzeitig sind mittlerweile mehr als 10 Milliarden Dosen wirksamer Impfstoffe produziert worden. In Ländern mit niedrigem Einkommen liegt es vor allem an einer schlecht ausgebauten Gesundheitsinfrastruktur sowie an mangelnden finanziellen öffentlichen Mittel, weshalb der Impf-Fortschritt dort zurückbleibt. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, FCIO, der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller, ÖVIH, sowie der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, PHARMIG, weisen explizit auf die eigentlichen Gründe der ungleichen weltweiten Verteilung hin. Sie fordern effektive Maßnahmen statt ideologischer Scheinlösungen, wie die Schwächung des Rechts auf geistiges Eigentum oder Zwangslizenzen auf COVID-19-Impfstoffe.
„Die weltweite Verteilung von COVID-19-Impfstoffen ist extrem ungleich. Was dagegen helfen würde, wären vermehrte Impfstoff-Spenden wohlhabender Staaten an ärmere Länder und eine Unterstützung vor Ort, um die Infrastruktur zu verbessern, damit diese Impfungen breitflächig auch verabreicht werden können“, ist Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, überzeugt.
Die Vertreterin des ÖVIH, Renée Gallo-Daniel, betont hinsichtlich der Impfstoff-Produktion: „Die Impfstoff-Hersteller tun bereits alles, um die Zahl produzierter Impfstoffdosen weiter zu erhöhen. Sie arbeiten mit Lizenzüberlassungen, sie haben bestens funktionierende, verlässliche Produktionsketten aufgebaut, sie kooperieren mit lokalen Produzenten, beispielsweise in Brasilien oder Südafrika. Sie spenden ihrerseits Impfstoff-Dosen. Wir brauchen daher keine Schein-Maßnahme wie das Aussetzen des Patentschutzes. Das würde an der jetzigen, prekären Situation mit Sicherheit nichts ändern. Stattdessen hätte es negative Auswirkungen auf zukünftige Forschungsaktivitäten.“
Auch die Geschäftsführerin des FCIO, Sylvia Hofinger, argumentiert für die Beibehaltung des Patentschutzes und die Fokussierung auf andere, zielführendere Bereiche: „Mehr als zwölf Milliarden Impfdosen werden bis Ende dieses Jahres produziert worden sein. Bis Ende 2022 werden es geschätzte 24 Milliarden Dosen sein. Das sind enorme Mengen, angesichts einer Weltbevölkerung von knapp acht Milliarden Menschen. Dass nicht alle gleich von diesen Mengen profitieren, liegt an der Verteilung und Finanzierung, nicht an den Kapazitäten der Produktionsstätten. Um die globale Durchimpfung zu beschleunigen, sollten Handelshemmnisse abgebaut und seitens der reicheren Staaten etablierte Verteilmechanismen, wie die COVAX-Initiative, weiter gestärkt werden.“
Nicht zu vergessen ist bei all der Diskussion um den Patentschutz das Faktum, dass weitere Impfstoffe vor der Zulassung stehen. „Diese kommen ja dann zu den bereits jetzt verfügbaren und laufend produzierten Impfungen dazu und erhöhen noch einmal die Anzahl verfügbarer Impfungen. Allein das zeigt ja schon, dass der Patentschutz kein Hindernis in der jetzigen Situation darstellt. Ganz im Gegenteil: Die, die die Impfstoffe entwickeln, haben gerade auch durch den Schutz des geistigen Eigentums eine wichtige Motivation, abgesehen davon, die Menschheit von der Last der Pandemie befreien zu wollen“, ist Herzog überzeugt.
Der Patentschutz ist und bleibt eine wichtige Säule jedweder Forschungsaktivität. Das sollte vor allem angesichts der vielen Virusmutationen und angesichts dessen, dass vorhandene Impfstoffe eventuell adaptiert werden müssen, nicht vergessen werden.
Hinweis: Beiliegende Grafiken stellen einzelne globale Aspekte der Impfstoff-Produktion und -Verteilung in Zahlen dar, u.a. Status Quo Produktion vs. Verteilung, Komplexität der Produktion, Exporte/Importe, Impfbereitschaft und Aspekte des Patentschutzes.
Rückfragehinweise
FCIO Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Mag. Andreas Besenböck, MA
+43 5 90 900-3372
besenboeck@fcio.at
www.fcio.atÖVIH - Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller
Mag.a Uta Müller-Carstanjen
FINE FACTS Health Communication
+43 664 515 30 40
mueller-carstanjen@finefacts.at
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10.11.2021
Wissenschaftliche Erkenntnisse leisten essenzielle Beiträge zur Weltgesundheit
Mehr lesenDa Forschungsaktivitäten einen hohen Nutzen für die Gesellschaft stiften, sollten sie auch Wertschätzung erfahren und Unterstützung erhalten.
Wien, 10. November 2021 – Die Wissenschaft hat jüngst wesentlich dazu beigetragen, die Pandemie zu bekämpfen und das Schlimmste für die Weltbevölkerung zu verhindern. Sie erfährt jedoch viel zu wenig Anerkennung dafür und für das, was sie darüber hinaus für die Gesellschaft leistet. Anlässlich des heutigen Welttags der Wissenschaft sagt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, dazu: „Wenn uns die gegenwärtige Pandemie eines wieder bestätigt hat, dann wie fatal eine Welt ohne Wissenschaft und Forschungsaktivitäten wäre. COVID-19 oder andere Erkrankungen in der Geschichte hätten die Weltbevölkerung längst stark dezimiert, ohne dass wir uns hätten schützen können. Das vor Augen, sollten wir uns alle bewusst machen, wie unentbehrlich die Erkenntnisse aus der Wissenschaft sind. Und es sollte allen klar sein: Wenn wir wollen, dass Wissenschaft weiter floriert und uns in so vielen Bereichen Nutzen bringt, müssen wir auch die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür schaffen.“
Wissenschaft schafft Erkenntnis, Evidenz und damit faktische Gewissheit. Gerade im Gesundheitsbereich profitieren wir dank neuer oder immer besserer Therapien, dank der Medizintechnik und dank neuer Prozesse von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Vor allem in der klinischen Forschung, einer essenziellen Phase der Arzneimittel- und Impfstoffentwicklung, werden wissenschaftliche Fragestellungen mit dem Ziel beantwortet, die medizinische Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessern.
In diesem Zusammenhang appelliert Herzog an die Politik, den Wissenschaftssektor weiter zu stärken: „Was jetzt und im letzten Jahr auf Forschungsebene im Kampf gegen COVID-19 passiert ist, zeigt, wie notwendig bessere Rahmenbedingungen für Forschung an unserem Standort sind. Wichtig wären beispielsweise eine geeignete Infrastruktur, mehr Personal und entsprechende Arbeitszeitmodelle sowie mehr Vernetzung bei Forschungsprojekten zwischen unseren Spitälern und Krankenhausträgern. Dazu zählen auch klare und für alle Unternehmen und Institutionen verbindliche Förderrichtlinien sowie eine fortlaufende Erhöhung der Forschungsprämie. So könnte Österreich sein Profil als Hotspot für Forschung und Wissenschaft schärfen.“
Gleichzeitig mahnt der Verbandsvertreter, jedwede Skepsis betreffend Wissenschaft innerhalb der Bevölkerung ernst zu nehmen und ihr mit gezielter Aufklärung zu begegnen. Dazu Herzog: „Wissenschaft folgt strengen, klaren und nachvollziehbaren Regeln. Jede gewonnene wissenschaftliche Erkenntnis bleibt nicht ohne Folgen. Blicken wir auf den Beginn des letzten Jahrhunderts zurück, erkennen wir deutliche Unterschiede zu heute: Unsere Lebenserwartung ist signifikant gestiegen, medizinische Diagnosen sind präziser als je zuvor und die uns zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten bieten höhere Heilungschancen – und das auch bei ehemals aussichtslosen Erkrankungen. All das haben wir der Wissenschaft zu verdanken – auch diejenigen, die an ihren Erkenntnissen zweifeln.“
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08.11.2021
Faire COVID-19-Impfstoffverteilung hängt nicht vom Patentschutz ab
Mehr lesenCOVID-19-Impfstoffe sind bereits in enormen Mengen verfügbar. Deren faire globale Verteilung lässt sich nicht mit einer Aufhebung des Patentschutzes erreichen.
Wien, 8. November 2021 – Der Forderung zur Aufhebung des Patentschutzes von COVID-19-Impfstoffen, wie zuletzt heute Vormittag in einer Pressekonferenz propagiert, erteilen die beiden Pharma-Verbände PHARMIG und ÖVIH eine klare Absage. Dazu Mag. Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: „Die Produktion von COVID-19-Impfstoffen wird laut Prognosen bis Ende 2021 mindestens 11 Milliarden Dosen erreicht haben. Es geht also nicht darum, die Produktion jetzt sofort noch breiter aufzustellen, sondern das, was ohnehin schon produziert wird, gerecht zu verteilen. Dazu brauchen wir nicht die Aufhebung des Patenschutzes, sondern einen umfassenden, politischen Willen.“
Im Bestreben um eine weltweit gerechtere Verteilung der Impfstoffe sieht auch Mag. Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Verbandes der Österreichischen Impfstoffhersteller ÖVIH, die Aufhebung des Patentschutzes als unnötig an: „Das Aussetzen des Schutzes des geistigen Eigentums würde weder dazu beitragen, Produktionskapazitäten jetzt sofort zu erhöhen, noch den Zugang zu Impfstoffen global sicherzustellen. Denn die Blaupause für den Impfstoff zu haben reicht bei weitem nicht aus, um einen solchen auch herstellen zu können.“
COVID-19-Impfstoffe wurden nicht nur in kürzester Zeit entwickelt, sondern werden mittlerweile in enormen Mengen produziert – bis 2022 geschätzte 24 Milliarden Dosen. Möglich gemacht wird dies im Fall der COVID-19-Vakzine über rund 275 Herstellungs- und Produktionsabkommen, von denen der überwiegende Teil einen Lizenz- beziehungsweise nachhaltigen Technologietransfer beinhaltet. Dazu Gallo-Daniel: „Die Produktion ist ein komplexer Prozess, zu dem wesentlich mehr gehört als das Patent auf den jeweiligen Impfstoff. Erforderlich sind enormes Fachwissen in der Herstellung, modernste Technologien, hochqualifiziertes Personal und ein verlässliches, globales Netzwerk an Lieferanten und Rohstoffen.
Die Rohstoffe, die für die Vakzine benötigt werden, sind zudem nicht in unendlicher Menge vorhanden. „Auch das muss man bedenken, wenn man über Produktionskapazitäten und deren weltweite Ausweitung diskutiert“, so Gallo-Daniel.
Was nötig wäre, um endlich zu einer global gerechten Verteilung von Impfstoffen zu kommen, skizziert PHARMIG-Generalsekretär Herzog wie folgt: „Länder, die ausreichend Impfstoff-Dosen zur Verfügung haben, sollten diese mit Ländern teilen, die zu wenig davon haben. Es gibt Initiativen wie COVAX, die sich zum Ziel gesetzt haben, Impfstoffdosen in großen Mengen auch in ärmeren Ländern der Welt verfügbar zu machen. Leider aber verläuft die Zusammenarbeit auf politischer Ebene hier nicht in dem Ausmaß, dass diese Initiativen ihr Ziel schnell erreichen können. Das kann man aber nicht den Impfstoff-Herstellern vorwerfen. Diese setzen vielmehr eigene Initiativen, um ihren Beitrag zu einer gerechteren Verteilung zu leisten. Ebenso arbeiten sie an einem kontinuierlichen Ausbau der Produktionskapazitäten.“
Um die Pandemie zu beenden, ist der weltweite Zugang zu COVID-19-Impfstoffen eine Voraussetzung. Was dabei aber nicht hilft, sind überbordende Emotionalität oder Symbolpolitik in Form von Eingriffen in den Patentschutz. Dazu Herzog: „Konzentrieren wir uns stattdessen auf das Vorhandene: sichere Impfstoffe, ein bereits enorm hohes Produktionsvolumen von Seiten der Hersteller und das Wissen, dass noch weitere Impfstoffe mit Hochdruck erforscht und entwickelt werden.“ Gallo-Daniel ergänzt: „Der Schutz geistigen Eigentums war ein wesentlicher Faktor, dass Unternehmen auf vorhandenem Wissen aufbauen und innerhalb kürzester Zeit die ersten COVID-19-Impfstoffe auf den Markt bringen konnten. Abgesehen davon, dass eine Aufhebung des Patentschutzes an der jetzigen Krise ad hoc nichts ändern würde, würde damit ein fatales Zeichen für jedwedes zukünftige Engagement in der Forschung gesetzt werden.“
Über die PHARMIG: Die PHARMIG ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband ca. 120 Mitglieder (Stand November 2021), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die PHARMIG und ihre Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.
Über den ÖVIH: Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) ist eine Plattform der in Österreich tätigen Unternehmen, die Impfstoffe für alle Altersgruppen herstellen und vertreiben.
Der ÖVIH orientiert sich an den Zielen und der Mission des europäischen Dachverbandes VACCINES EUROPE (eine Working Group der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations / EFPIA).
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27.10.2021
Vielversprechende Therapie bei COVID-19 in Aussicht
Mehr lesenEuropäische Arzneimittelbehörde startet Evaluierung einer weiteren medikamentösen Therapie für die Behandlung von COVID-19.
Wien, 27. Oktober 2021 – Acht medikamentöse Therapien werden bislang von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA auf ihre Zulassung zur Behandlung von COVID-19 überprüft. Nun gesellt sich eine neunte dazu, die, wie die anderen auch, den Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus mildern soll. Als erstes hat dieses von Merck Sharp & Dohme (MSD) entwickelte Produkt nun auch in einer späteren Phase der klinischen Erprobung positive Ergebnisse gebracht. Zudem wäre es bei erfolgreicher Zulassung das erste Medikament, das oral verabreicht werden könnte. „Das alles gibt begründeten Anlass zur Hoffnung, dass wir bald schon ein Medikament haben, das breit in der Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden könnte“, hält Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, fest.
Das ist deshalb so wichtig, weil sich manche Personen nicht mit einer Impfung vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen können, sei es aufgrund ihres Gesundheitszustandes oder Alters. „Erkranken diese Personen an COVID-19, können auch sie gut behandelt werden, bzw. auch jeder, bei dem es trotz einer Impfung zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen sollte. Daher sind Medikamente zur Therapie ein immanent wichtiger Bestandteil in der umfassenden Bekämpfung dieses Virus“, so Herzog.
Wirksame Impfungen existieren bereits seit Ende letzten Jahres. Im Gegensatz dazu haben bislang nur zwei bereits vor der Pandemie existierende Therapeutika eine (eingeschränkte) Zulassung erhalten, eines davon EU-weit, das andere in mehreren Ländern der EU. Die neun derzeit im Zulassungsprozess der EMA befindlichen Medikamente werden ebenso entweder bereits bei anderen Krankheiten eingesetzt oder sind Kombinationen aus Medikamenten.
Ein Therapeutikum zu entwickeln ist im Fall von COVID-19 aus mehreren Gründen schwierig: Virenerkrankungen sind generell nur schwer mit Medikamenten behandelbar. Bei SARS-CoV-2 treten die Symptome zudem erst mit tagelanger Verzögerung nach dem Virusbefall auf. Weiters hat sich gezeigt, dass einzelne Medikamente zwar im Frühstadium der Erkrankung hilfreich sind, bei schwerem Verlauf aber wirkungslos oder gar schädlich sein können, etwa wenn es zu einer Lungenentzündung kommt. „Trotz dieser Herausforderungen sehen wir aber auch hier, wie schon im Bereich der Impfstoff-Entwicklung, eine enorm schnelle Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Pharmazeutische Unternehmen arbeiten dabei auf den unterschiedlichsten Ebenen und über die unterschiedlichsten Länder hinweg zusammen. Ihre Ansätze reichen von Nasensprays über Tabletten bis zu Injektionslösungen“, so Herzog.
Der Fokus in der Medikamentenentwicklung wird unterschiedlich gelegt: So gilt es einerseits, die Vermehrung des Virus im Körper zu verhindern und dessen Transport im Körper zu erschweren. Ein weiteres Ziel ist, mit Medikamenten die Entzündungsreaktionen im Körper zu hemmen, die in einer fortgeschrittenen Phase der Erkrankung auftreten. Ebenso gilt es, schädliche Begleiterscheinungen durch eine solche Entzündung zu vermeiden.
Weltweit werden laut dem amerikanischen Verband BIO derzeit an die 620 Medikamente auf ihre Wirksamkeit zur Bekämpfung von COVID-19 getestet. Auch in Österreich werden diesbezüglich einzelne, bereits existierende Medikamente geprüft. Mehr Informationen dazu auf der gemeinsamen Standortkarte der Pharma-Verbände Bio Deutschland , vfa , Interpharma und PHARMIG .
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18.10.2021
Nächster wichtiger Schritt im Kampf gegen die Pandemie
Mehr lesenAnkündigung über erfolgversprechende Entwicklung eines weiteren COVID-19-Impfstoffes ist wichtiger Beitrag in der Bekämpfung der Pandemie.
Wien, 18. Oktober 2021 – Vier Impfstoffe gegen COVID-19 sind derzeit in der EU zugelassen und es sieht so aus, als würde sich bald ein fünfter dazugesellen: Valneva, ein französisch-österreichisches Unternehmen, hat heute bekanntgegeben, dass sein Impfstoffkandidat VLA2001 in der wichtigen Phase 3 der klinischen Erprobung erste positive Ergebnisse geliefert hat. Dazu Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: „Seit der Zulassung des ersten Impfstoffes gegen COVID-19 Ende vergangenen Jahres hat sich die Situation insgesamt bereits deutlich entspannt, auch wenn wir noch im Frühjahr einen weiteren Lockdown akzeptieren mussten und die Pandemie unser Miteinander immer noch einschränkt. Umso bedeutsamer ist es, dass sich nun ein weiterer Impfstoffkandidat auf der Zielgeraden befindet, noch dazu einer, der federführend auch in Österreich mitentwickelt wird.“
Valneva verfolgt mit seinem Impfstoff einen Ansatz, der sich von den bisher zugelassenen Impfstoffen insofern unterscheidet, als dabei das gesamte Sars-CoV-2-Virus und nicht einzelne Teile davon inaktiviert wurden. Dies ist eine bereits bei vielen bisherigen Impfstoffen bewährte Technologie. „Wesentlich ist freilich auch hier, dass die Wirkung des Impfstoffes entsprechend hoch ist, genauso wie dessen Sicherheit. Beides zeigte sich nun in den jüngsten Studienergebnissen als gegeben und so kann das Unternehmen die nächsten wichtigen Schritte in Richtung Zulassung gehen“, erklärt Herzog.
Valneva führt Gespräche mit der Europäischen Kommission über einen möglichen Liefervertrag für VLA2001 und bereitet sich auf die rollierende Einreichung für die bedingte Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) vor. Dazu Herzog: „Je breiter sich die EU bei den Impfstoffen gegen COVID-19 aufstellt, umso besser kann gewährleistet werden, dass die Durchführung der Impfungen in den einzelnen Ländern der EU ohne Probleme erfolgen kann. Österreich hat hier sehr gute Arbeit seit Anfang des Jahres geleistet.“
Jetzt, wo die Infrastruktur bestens aufgebaut ist, geht es darum, all jene vom Nutzen der Impfung zu überzeugen, die sich noch nicht haben impfen lassen. „Einmal mehr ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die COVID-19-Impfung nicht nur dem eigenen Schutz dient, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist, die wir als einzelne Bürger haben. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass eine ausreichend hohe Durchimpfungsrate die Chance bietet, das Virus in Schach zu halten. Das wünscht sich sicherlich jeder von uns. Nämlich die immer noch herrschenden und derzeit sicherlich auch noch sinnvollen Hygienemaßnahmen irgendwann ablegen zu dürfen und, wie vor der Pandemie, ein sorgloseres Miteinander zu leben“, ist Herzog überzeugt.
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Secretary General
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