Pressecorner

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15.07.2026
Medikamente kosten nicht nur, sondern schaffen vor allem Nutzen
Mehr lesenBetonung der Kostendimension spart den Nutzen von Medikamenten aus, den sie für Betroffene, deren Umfeld und die Volkswirtschaft insgesamt haben.
Wien, 15. Juli 2026 – Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, nimmt zur heutigen Pressekonferenz des Dachverbands der Sozialversicherungsträger Stellung und sagt: „Es stimmt, dass die Anzahl der erstattungsfähigen Medikamente gestiegen ist. Das ist insofern sehr erfreulich, als damit immer mehr Behandlungsoptionen auch für immer mehr Krankheiten zur Verfügung stehen. Es darf dabei aber folgendes nicht außer Acht gelassen werden: Wir haben in Österreich ein Problem mit den zu niedrigen Preisen im niedergelassenen Bereich. Für die Unternehmen wird es immer schwieriger, ihre Produkte in der breiten Versorgung zu halten, weil sich die Preisspirale kontinuierlich nach unten dreht. Das ist vor dem Hintergrund der hohen Inflation noch prekärer. Und gerade deshalb muss umso mehr auch der Nutzen von Arzneimitteln bei Erstattungsfragen in den Fokus genommen werden, den sie für Patientinnen und Patienten, für deren Angehörige, das Gesundheitssystem und unsere Volkswirtschaft haben.“
Wichtig ist ebenso festzuhalten, dass die Beitragseinnahmen der Krankenversicherungsträger in den vergangenen drei Jahren stärker gewachsen sind als die Ausgaben für Heilmittel. An dieser Stelle übt Herzog Kritik an der unvollständigen Darstellung der Zahlen: „Die Unternehmen leisten jedes Jahr im Zuge sogenannter Preismodelle Rückzahlungen an die Sozialversicherung. Diese beliefen sich laut einer Erhebung seitens der pharmazeutischen Industrie auf knapp 600 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das ist ein gewichtiger Faktor, der Teil einer gewissenhaften Darstellung der Ausgaben für Arzneimittel sein sollte.“
Das heute angesprochene, grundsätzlich hohe Niveau in der Medikamentenversorgung gilt es jedenfalls für die Zukunft abzusichern, was angesichts internationaler Entwicklungen nicht garantiert ist. Dazu sagt Herzog: „Wir brauchen hier die Einstellung, dass uns höchste Versorgungsqualität auch etwas wert sein muss. Die Reduktion von Medikamenten allein auf ihre Kosten wird ihrem Beitrag zu unserer Gesundheit und Volkswirtschaft nicht gerecht. Eine Investition in die Gesundheit der Bevölkerung wiederum ist eine in unsere Wirtschaft und unseren Standort.“
Rückfragehinweis
PHARMIG – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Head of Communications & PR
Peter Richter, BA MA MBA
+43 664 8860 5264
peter.richter@pharmig.at -
14.07.2026
Wirtschaftliche Unsicherheit bei Pharmafirmen wächst
Mehr lesenPHARMA-Branchenbarometer zeigt: Unternehmen bewerten Standortbedingungen durchschnittlich und sehen gleichzeitig wachsende Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung und Innovation.
Wien, 14. Juli 2026 – Pharmazeutische Unternehmen blicken zwiespältig auf den Standort Österreich: Während die generellen Rahmenbedingungen für die Branche in Österreich weiterhin mehrheitlich auf einem gleichbleibend durchschnittlichen Niveau gesehen werden, werden sowohl die wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch ihre zukünftige Entwicklung zunehmend schlechter eingeschätzt. Gerade auch bei der Preis- und Erstattungspolitik für Arzneimittel befürchten die Unternehmen negative Entwicklungen. Das zeigt der PHARMA-Branchenbarometer, die jährliche Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der PHARMIG, die von Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH durchgeführt wird.
58 Prozent der Befragten sehen die generellen Rahmenbedingungen als „befriedigend“, 25 Prozent geben ihnen ein „zufriedenstellend“. Dagegen gaben 17 Prozent an, dass für sie die Rahmenbedingungen für die Branche nicht zufriedenstellend seien. Verglichen mit den Zahlen aus dem Vorjahr sowie der Umfrage aus 2024 zeigt sich hier ein leicht positiver Trend, was den gesamthaften Blick auf die Rahmenbedingungen für die Pharmabranche betrifft.
Anders verhält es sich bei der Einschätzung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage des jeweils eigenen Unternehmens. Zwar setzt sich der Trend der letzten beiden Jahre auch hier fort, allerdings ins Negative: 2024 haben noch 58 Prozent und im Jahr 2025 52 Prozent der Befragten die Lage ihres Unternehmens als „gut“ eingestuft. 2026 sahen dieses Niveau nur mehr 44 Prozent und damit über zehn Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren. Die Zahl derer, die die derzeitige Lage als schlecht bewerten, ist um das Dreifache gestiegen, nämlich von zwei Prozent im Jahr 2024 über drei in 2025 auf heuer sechs Prozent.
Eine signifikante Verschlechterung zu den Vorjahren zeigt die Umfrage auch beim Blick auf die nächsten sechs Monate: Gefragt nach ihrer Einschätzung, wie sich das eigene Unternehmen in dieser Zeitspanne entwickeln werde, gaben fast doppelt so viele (40 Prozent) wie in den beiden vergangenen Jahren (2024: 22 Prozent, 2025: 23 Prozent) an, dass sie eine ungünstige Entwicklung erwarten. Die Zahl derer, die eine günstige Entwicklung sehen, hat sich dagegen halbiert und ist von neun im Jahr 2024 bzw. acht in 2025 auf jetzt nur noch vier Prozent gefallen.
Dazu sagt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: „Die aktuelle Befragung zeigt, dass die Unsicherheit in der Branche zunimmt. Wenn Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation und Zukunftsaussichten zunehmend kritisch einschätzen, ist das ein deutliches Signal und es sollte dringend gegengesteuert werden. Es gilt, den Pharmastandort Österreich und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Idealerweise mit einer von der Politik bereits in Aussicht gestellten Life-Sciences-Strategie. Gerade mit Blick auf die sinkende Wettbewerbsfähigkeit Österreichs wäre es höchst an der Zeit, diese Strategie rasch zu verfassen und dann auch in die Umsetzung zu bringen.“
Ein weiteres zentrales Thema der Erhebung war die sogenannte „Most-Favored-Nation“-Politik (MFN) der USA, die darauf abzielt, amerikanische Arzneimittelpreise stärker an den niedrigsten Preisen vergleichbarer Industrieländer auszurichten. Europäische Preisentscheidungen würden damit unmittelbarer auf den weltweit größten Pharmamarkt, sprich die USA, wirken. Gleichzeitig sind mit dieser Regelung die Industrienationen aufgefordert, einen aus Sicht der US-Regierung faireren Beitrag zur Entwicklung innovativer Therapien zu leisten. Befragt nach den möglichen Auswirkungen all dessen auf Österreich wird die allgemeine Besorgnis sichtbar: 87 Prozent halten einen verzögerten Zugang für Patientinnen und Patienten zu neuen Therapien für wahrscheinlich, 69 Prozent erwarten weniger innovative Medikamenteneinführungen hierzulande und 65 Prozent einen Rückgang von Investitionen seitens der Unternehmen in den Pharmastandort Österreich. Ganze 91 Prozent gaben an, dass sie als weitere Folge der MFN-Regelung längere Erstattungs- und Finanzierungsprozesse auf Medikamentenebene befürchten.
Dazu Herzog: „Die erwarteten Auswirkungen einer MFN-Preisreferenzierung geben Anlass zur Sorge. Wenn Investitionen zurückgehen und sich Prozesse verlangsamen, kann das langfristig Folgen für Forschung, Produktion und den Zugang zu innovativen sowie zu bewährten Therapien haben. Um all dem entgegenzuwirken, sind neue Finanzierungsmodelle und ein generelles Umdenken, was Innovationen betrifft, gefragt. Sie sollten, wenn es um deren Erstattung geht, nicht als Kostenfaktor betrachtet werden, sondern als Investition in unsere Gesundheit, unsere Volkswirtschaft und unseren Standort. Sie schaffen ja nicht nur für die Betroffenen einen Nutzen, sondern weit darüber hinaus.“
Für Herzog ist es mit Blick auf den Pharma-Branchenbarometer wichtig zu betonen, dass Medikamente und die pharmazeutische Branche insgesamt ein Paradebeispiel dafür sind, wie verzahnt heute Gesundheit und Wirtschaft sind: „Wir stehen für Wertschöpfung und Versorgung. Das können wir weiterhin aber nur dann, wenn man nicht permanent die Preisspirale bei Medikamenten im Zuge der Erstattung nach unten dreht. Das schädigt die Medikamentenversorgung und den Pharmastandort gleichermaßen. Kurzfristig gespart kann durch diese Strategie langfristig teuer werden.“
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09.07.2026
Neue Plattform stärkt Österreich im Wettbewerb um klinische Forschung
Mehr lesenMit Clinical Trials Austria entsteht eine österreichweite Plattform für klinische Forschung. Sie soll Österreich im internationalen Wettbewerb um Forschungsprojekte stärken und den Zugang zu klinischen Studien verbessern.
Wien, 9. Juli 2026 – Die PHARMIG gratuliert der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) dazu, dass das von ihr initiierte Infrastrukturprojekt „Clinical Trials Austria“ (CTA) eine Förderzusage vom Fonds Zukunft Österreich erhalten hat. Dies hat die LBG kürzlich vermeldet. Das über einen Zeitraum von vier Jahren mit 6,5 Millionen Euro geförderte Projekt soll die Zusammenarbeit der an klinischen Prüfungen beteiligten Akteure verbessern, Abläufe effizienter gestalten und Österreich als Standort für internationale klinische Forschung attraktiver und sichtbarer machen. Ergänzend ist mit dem Ausbildungsprogramm "Clinical Trials Developer" der Aufbau zusätzlicher Kompetenzen im Management klinischer Prüfungen vorgesehen.
„Internationale Studien werden dort durchgeführt, wo Verfahren effizient sind und wo starke Forschungsnetzwerke bestehen. Clinical Trials Austria schafft genau diese Voraussetzungen“, betont Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG. Auch Patient:innen profitieren von einem starken Studienstandort: Klinische Prüfungen ermöglichen in der Regel einen frühen Zugang zu innovativen Therapien und eröffnen neue Behandlungsmöglichkeiten. Ein moderner, gut funktionierender Studienstandort schafft Vorteile für Forschung, Wirtschaft und Patient:innen gleichermaßen. Dass sich Investitionen in klinische Forschung lohnen, zeigt auch ihre wirtschaftliche Bedeutung: Industrie-gesponserte klinische Prüfungen generieren laut einer jüngst publizierten Studie des Instituts für pharmaökonomische Forschung IPF jährlich eine Bruttowertschöpfung von 174 Millionen Euro und gleichzeitig ersparen sie dem Gesundheitssystem Ausgaben in Höhe von jährlich 122,28 Mio. Euro. Klinische Forschung sollte daher als wichtiger Bestandteil einer modernen Gesundheitsversorgung verstanden werden.
Für die PHARMIG ist das CTA-Projekt ein wichtiger Baustein im Hinblick auf die erwartete Life-Sciences-Strategie. „Mit Clinical Trials Austria entsteht eine zentrale Anlaufstelle, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, öffentlicher Hand und Industrie ermöglicht. Damit das Projekt sein volles Potenzial entfalten kann, ist entscheidend, dass sich alle relevanten Akteure aktiv beteiligen. Nur durch eine breite Mitwirkung lassen sich Prozesse österreichweit harmonisieren, föderale Hürden abbauen und einheitliche Standards etablieren. Darüber hinaus gilt es, diesen Impuls mit einer ambitionierten Life-Sciences-Strategie weiterzuführen“, so Herzog.
Dazu gehören die weitere Optimierung regulatorischer Verfahren, zusätzliche Investitionsanreize für Forschung und Entwicklung, verbesserte Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Produktion sowie ein moderner, innovationsfördernder Marktzugang für neue Therapien. „Österreich braucht Rahmenbedingungen, in denen Forschung, Produktion und Versorgung gemeinsam wachsen können. Nur so bleibt der Standort langfristig attraktiv und die Versorgung der Patientinnen und Patienten gesichert“, so Herzog abschließend.
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08.07.2026
Klinische Forschung als Wachstumsmotor: Neue Daten belegen hohe Wertschöpfung für Österreich
Mehr lesenMedikamentenstudien generieren jährlich 174 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung, sichern über 2.200 Arbeitsplätze und finanzieren einen Teil der jährlichen Gesundheitsausgaben.
Wien, 9. Juli 2026 – Eine aktuelle Analyse des Instituts für Pharmaökonomische Forschung IPF zeigt, welche Bedeutung Industrie-gesponserte klinische Prüfungen zur Entwicklung neuer Medikamente haben, und zwar für den Gesundheitsstandort Österreich und die Volkswirtschaft. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, wie sehr sich eine Stärkung dieses Bereiches für die internationale Bedeutung Österreichs und seine Wettbewerbsfähigkeit lohnen kann. Die Zahlen wurden am vergangenen Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs der PHARMIG, die die Studie auch beauftragt hat, publiziert.
Das IPF hat für die im renommierten Fachmagazin Journal of Medical Economics (JME) veröffentlichte Studie den Zeitraum von 2020 bis 2024 betrachtet und die Ergebnisse einem früheren Zeitraum (2012 bis 2017) gegenübergestellt. Eine Tendenz ist dabei ersichtlich: Insgesamt nimmt die Anzahl an klinischen Prüfungen, im Zuge derer neue Medikamente entwickelt werden, ab.
Dabei haben sie in hohem Maße positive Auswirkungen auf den Standort Österreich: Einerseits generierten sie zwischen 2020 und 2024 eine jährliche Bruttowertschöpfung von 174,05 Millionen Euro und gleichzeitig ersparten sie dem Gesundheitssystem Ausgaben in Höhe von jährlich 122,28 Mio. Euro (insgesamt 611,4 Millionen Euro im betrachteten Zeitraum), was 0,21 Prozent der jährlichen Gesundheitsausgaben entspricht. Diese Ersparnis für das öffentliche Gesundheitssystem wird deshalb erreicht, weil die pharmazeutischen Unternehmen, die diese Studien beauftragen bzw. durchführen, die Kosten für medizinische Leistungen, die während der Studiendauer anfallen, übernehmen. Dazu zählen die Prüfmedikation, Diagnostik, Therapie, administrative Leistungen und die studienbezogene Dokumentation.
Studienautorin Evelyn Walter vom IPF hält dazu fest: „Die Ergebnisse zeigen, dass klinische Forschung weit über den Gesundheitsbereich hinaus wirkt. Jeder Euro direkter Wertschöpfung, der durch klinische Prüfungen entsteht, löst in der österreichischen Volkswirtschaft nahezu den doppelten Wert aus. Vor dem Hintergrund, dass insgesamt die Aktivitäten in diesem so wichtigen Forschungsbereich zurückgehen, sollten diese Zahlen umso alarmierender gelesen werden, nämlich dahingehend, dass wir ein großes Potenzial ungenutzt lassen, wenn dieser Bereich nicht gestärkt wird.“
Der gesamte Wertschöpfungsmultiplikator liegt gemäß der Studie bei 1,97 (1,95 in 2012-2017). Weiters entstehen pro direkten Arbeitsplatz nahezu 1,74 (1,66 in 2012-2017) zusätzliche Arbeitsplätze in der österreichischen Volkswirtschaft. „Damit erzeugt jeder direkt geschaffene Euro bzw. Arbeitsplatz heute höhere gesamtwirtschaftliche Effekte als im ersten Untersuchungszeitraum von 2012 bis 2017“, rechnet Walter vor.
Auch Dejan Baltic, Co-Chair des Standing Committee Klinische Forschung der PHARMIG, Medical Director bei Amgen GmbH und Vorstandsmitglied in der Gesellschaft für Pharmazeutische Medizin GPMed, weist auf die Bedeutung klinischer Prüfungen hin und wie wichtig es ist, diesen Bereich zu stärken: „Die Zahlen dieser Studie sind ein eindrücklicher Beleg dafür, dass klinische Forschung weit mehr ist als ein medizinischer Innovationsprozess. Sie ist ein wesentlicher Faktor für die Versorgung, die Forschungskompetenz im Land und die Wertschöpfung. Allerdings ist Österreich nicht allein auf der Landkarte. Wir konkurrieren mit vielen anderen Ländern, allein schon innerhalb Europas. Es gibt Länder, in denen die Politik schon seit Jahren eine Strategie zur Stärkung der Forschung verfolgt. Und das mit viel Erfolg. Tut Österreich nichts, wird uns irgendwann auch diese Branche verloren gehen. Die Folge sind Arbeitsplatzverluste, Verlust an Wertschöpfung und vor allem der Verlust an zeitnah verfügbaren, innovativen Therapien, wenn wir zunehmend von anderen Ländern abhängig sind, wo diese neuen Therapien dann entwickelt werden.“
Für Baltic ist das Potenzial für Österreich noch lange nicht ausgeschöpft: „Dank einer exzellenten Infrastruktur und vieler höchst engagierter Fachkräfte in Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen ist Österreich grundsätzlich ein hervorragender Standort, um hier neue Medikamente zu entwickeln. Wenn wir es, mit Blick auf andere europäische Länder, an die Spitze schaffen wollen, brauchen wir aber ein klares politisches Bekenntnis zu Forschung und Innovation.“
Die IPF-Erhebung soll argumentativ ein solches politisches Bekenntnis fördern: Neben den bereits erwähnten Wertschöpfungseffekten und dem Beitrag zu den jährlichen Gesundheitsausgaben zeigt die Studie, dass von 2020 bis 2024 im Durchschnitt jährlich 2.314 Patient:innen in 463 klinischen Prüfungen behandelt wurden, was über den gesamten Zeitraum 11.570 Patient:innen in 782 Studien ausmacht. Damit haben eine große Anzahl an Personen sehr frühen Zugang zu innovativen Therapien, was ein wichtiges Kriterium für die Qualität einer Gesundheitsversorgung ist.
Kathrin Strasser-Weippl, Leiterin des Tumorzentrums Oberösterreich und Medizinische Leiterin der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (OeGHO), argumentiert beim Pressegespräch aus Sicht einer Forscherin und Anwenderin von innovativen Therapien und geht zudem auf die Perspektive von Betroffenen ein: „Für Patientinnen und Patienten bedeutet klinische Forschung einen zentralen Zugang zu medizinischem Fortschritt. Speziell auch in der Onkologie machen klinische Studien innovative Therapien früher verfügbar. Hinter den Zahlen stehen daher ganz konkrete Chancen: bessere Behandlungsmöglichkeiten, längere Überlebenszeiten und vielfach mehr Lebensqualität. Klinische Forschung muss deshalb stärker als Teil der Versorgung verstanden werden und nicht als Zusatz, der nebenher passiert.“
Klinische Forschung stärkt jedoch nicht nur die Versorgung der Patient:innen. Sie schafft auch wissenschaftliches Know-how, internationale Vernetzung und zusätzliche Ressourcen an den Prüfzentren. Die Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen Industrie erspare laut Strasser-Weippl zudem den Spitälern und Forschungseinrichtungen einen gewissen Teil ihrer Ausgaben, weil die sponsernden Unternehmen die Kosten, die im Zuge klinischer Prüfungen anfallen, übernehmen.
Zuletzt ergänzt Bernhard Mraz, ebenfalls Co-Chair des Standing Committee Klinische Forschung der PHARMIG, Medical Director bei Novartis Pharma GmbH und Präsident der Gesellschaft für Pharmazeutische Medizin (GPMed): „Die Ergebnisse der IPF-Analyse zeigen, dass klinische Forschung nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch wirtschafts- und standortpolitisch von strategischer Bedeutung ist. Einige EU-Länder verfolgen längst gezielte Strategien zur Positionierung als Forschungsstandort. Eine Life-Sciences-Strategie, die entsprechend aufgesetzt ist und dann auch umgesetzt wird, kann das auch für Österreich erreichen. Nur wenn wir Studieninfrastruktur, Digitalisierung, effiziente Prozesse und internationale Wettbewerbsfähigkeit konsequent stärken, können wir im globalen Wettbewerb um Forschungsprojekte in Zukunft bestehen.“
Die IPF-Studie wurde im Journal of Medical Economics JME veröffentlicht und ist hier abrufbar: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13696998.2026.2678777#abstract
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30.06.2026
Mit gut vorbereiteter Reiseapotheke in einen entspannteren Urlaub
Mehr lesenEine gut ausgestattete Reiseapotheke kann im Urlaub helfen, kleinere Beschwerden rasch zu behandeln und eine sichere Versorgung unterwegs zu gewährleisten.
Wien, 30. Juni 2026 – Ob Sommerurlaub am Meer, Städtereise oder Aktivurlaub in den Bergen: Wer verreist, sollte rechtzeitig an eine gut ausgestattete Reiseapotheke denken. Sie hilft, kleinere gesundheitliche Beschwerden oder etwa auch kleinere Unfallfolgen rasch zu behandeln und erspart mitunter Wege in eine Arztpraxis oder Apotheke.
Wer gut vorbereitet verreist, erspart sich im Ernstfall unnötigen Stress. Besonders wichtig ist eine gute Vorbereitung für Menschen, die regelmäßig Arzneimittel einnehmen oder mit Kindern verreisen. Vorteilhaft ist es zudem, die Reiseapotheke an das Reiseziel und die Urlaubsart anzupassen. So sind etwa bei Aufenthalten in warmen Regionen Mittel gegen Sonnenbrand oder Insektenstiche sinnvoll, bei Aktivurlauben Pflaster, Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial.
Wesentlich ist bei Reisen in wärmere Regionen, dass die mitgeführten Produkte geschützt werden. Einige Wirkstoffe reagieren empfindlich auf Hitze und Licht. Werden Medikamente falsch gelagert, kann ihre Wirkung nachlassen, ohne dass dies äußerlich erkennbar ist. Um dem vorzubeugen, sollten Medikamente kühl, trocken und lichtgeschützt transportiert und aufbewahrt werden. Die entsprechenden Hinweise zur richtigen Lagerung finden sich im Beipackzettel.
Bei Flugreisen empfiehlt es sich, wichtige Medikamente im Handgepäck aufzubewahren, um im Falle eines Gepäckverlusts abgesichert zu sein. Ein ärztliches Attest, idealerweise auf Deutsch und Englisch, kann bei Kontrollen zusätzlich hilfreich sein. Auch wenn einzelne Flughäfen mittlerweile neue Sicherheitssysteme einsetzen und die Flüssigkeitsbeschränkungen teilweise lockern, gelten je nach Flughafen unterschiedliche Bestimmungen. Reisende sollten sich daher über die jeweils gültigen Regelungen informieren.
Vor der Abreise sollte außerdem überprüft werden, ob alle benötigten Medikamente noch haltbar und in ausreichender Menge vorhanden sind. Gerade bei verschreibungspflichtigen Präparaten ist es ratsam, sich über die Einfuhrbestimmungen im Zielland zu informieren. Zusätzlich kann es hilfreich sein, eine Liste der verwendeten Arzneimittel mitzuführen. Was letztlich in eine Reiseapotheke gehört, hängt von individuellen Bedürfnissen, Reiseziel und Aufenthaltsdauer ab. Ärztinnen und Ärzte sowie Apotheker:innen können dabei beraten.
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18.06.2026
Arzneimittel vor Hitze schützen
Mehr lesenHohe Temperaturen können Medikamenten schaden. Die richtige Lagerung hilft, ihre Qualität und Wirksamkeit zu erhalten.
Wien, 18. Juni 2026 – Mit steigenden Temperaturen wächst auch das Risiko, dass Medikamente nicht unter den empfohlenen Bedingungen gelagert werden. Viele Präparate sind auf stabile Umgebungsbedingungen angewiesen. Hitze oder direkte Sonneneinstrahlung können die Qualität beeinträchtigen und damit auch die Wirksamkeit.
„Gerade in Zeiten, in denen die Temperaturen auf 30 Grad und höher ansteigen, wird die richtige Lagerung von Arzneimitteln besonders wichtig. Medikamente sind sensible Produkte und reagieren empfindlich auf Wärme und Sonnenlicht. Wer sich an die Lagerungshinweise in der Packungsbeilage hält, sorgt dafür, dass die eigenen Arzneimittel wirksam und sicher bleiben und im Ernstfall verlässlich helfen“, sagt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG.
Für viele Arzneimittel gilt eine Lagerung bei Raumtemperatur, also nicht über 25 Grad Celsius. Im Alltag wird diese Grenze jedoch schnell überschritten. Ein in der Sonne stehendes Auto, eine Fensterbank mit direkter Einstrahlung oder ein feuchtes Badezimmer sind folglich ungeeignete Aufbewahrungsorte. Besser geeignet sind kühle, trockene und lichtgeschützte Plätze. Alle Arzneimittel, ob kühlpflichtig oder nicht, müssen durchgehend im vorgesehenen Temperaturbereich aufbewahrt werden.
„Entscheidend ist, die Lagerungshinweise konsequent einzuhalten und nicht eigenständig davon abzuweichen. Bei Unsicherheit helfen Apotheken sowie Ärztinnen und Ärzte weiter. Die richtige Lagerung trägt wesentlich dazu bei, dass Arzneimittel auch bei Hitze zuverlässig wirken“, so Herzog.
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18.06.2026
EU-Abwasserrichtlinie: fundierte Datengrundlage als Voraussetzung für Umsetzung
Mehr lesenMaßnahmen zum Gewässer- und Gesundheitsschutz brauchen eine solide Datengrundlage, um wirksam und verhältnismäßig ausgestaltet zu sein.
Wien, 18. Juni 2026 – Die heutige Abstimmung im EU-Parlament zu den Entschließungsanträgen rund um die Kommunale Abwasserrichtlinie (KARL) setzt ein wichtiges Signal, nicht nur für den Umweltschutz, sondern im Speziellen auch für die Medikamentenversorgung. Für die pharmazeutische Industrie ist entscheidend, dass Umweltziele wirksam erreicht werden können, ohne die Versorgungssicherheit mit Medikamenten und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu gefährden. Dazu Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: „Eine so weitreichende Regulierung wie diese muss auf belastbaren Daten beruhen und die gesamte Verursachungskette im Abwasser berücksichtigen. In diesem Zusammenhang sehen wir es als konsequent, dass das EU-Parlament eine neue Studie fordert. Mit einer solchen soll eruiert werden, welche Sektoren letztlich für die Errichtung und den Erhalt einer weiteren, 4. Klärstufe aufzukommen haben. Dass dies nicht nur die Kosmetik- und Pharmabranche sein können, haben wir stets betont.“
Im Zentrum der aktuellen Debatte steht folglich die Frage, ob die bisherige Datengrundlage zur erweiterten Herstellerverantwortung ausreichend belastbar ist. Die zugrunde liegenden EU-Impact-Assessments sehen die pharmazeutische und die Kosmetika-Industrie als Hauptverursacher von Mikroschadstoffen im Abwasser und ordnen ihnen damit den überwiegenden Teil der Finanzierung der 4. Abwasserreinigungsstufe zu. Gleichzeitig bestehen große Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Ursachen der Verunreinigung. Unklar ist zudem ebenso, mit welchen Kosten bei einer 4. Klärstufe überhaupt zu rechnen ist. Während die Europäische Kommission EU-weit von jährlich zwischen 1,18 und 1,8 Milliarden Euro an Finanzierungsaufwänden ausgeht, kommen andere Analysen auf ein Vielfaches. Auch für Österreich variieren die Schätzungen von rund 37 bis über 150 Millionen Euro pro Jahr. Vor dem Hintergrund derartiger Belastungen, die auf die pharmazeutische Industrie zukommen und die sich letztlich auch negativ auf die Arzneimittelversorgung auswirken würden, begrüßt die PHARMIG die heutige Entscheidung.
Im Zuge der Abstimmung sprach sich das Europäische Parlament dafür aus, die Zahlungsverpflichtung der Industrie im Rahmen der Verordnung über die kommunale Abwasserbehandlung vorübergehend auszusetzen, sofern eine neue unabhängige Studie zu Mikroschadstoffen und den Kosten ihrer Entfernung Risiken für die Arzneimittelversorgung bestätigt. Zusätzlich wurde ein weiterer Vorschlag angenommen, der eine vorübergehende Aussetzung der Regeln bis zum Abschluss dieser unabhängigen Studie vorsieht.
Dazu sagt Alexander Herzog: „Es soll nun eine neue Bewertung der tatsächlichen Kosten und der möglichen Ausweitung der Herstellerverantwortung auf weitere Sektoren vorgenommen werden. Die bisherige Grundlage für die erweiterte Herstellerverantwortung hat aus unserer Sicht viel zu kurz gegriffen.“ Bislang standen nur einzelne Mikroschadstoffe im Fokus. Für eine sachgerechte Verteilung von Verantwortung und Kosten braucht es eine umfassendere Analyse darüber, welche Stoffe nach der dritten Reinigungsstufe tatsächlich noch im Abwasser vorhanden sind und aus welchen Quellen sie stammen. Nur so lassen sich die für die zusätzliche Reinigungsstoffe anfallenden Kosten fair aufteilen. „Wir haben uns nie prinzipiell gegen diese Maßnahme gestellt. Allerdings von Anfang an und zu Recht hinterfragt, warum nur zwei Sektoren dafür zur Verantwortung gezogen werden sollten“, so Herzog.
Wichtig ist der nun erfolgte Schritt, weil damit eine Chance besteht, negative Auswirkungen der Abwasserrichtlinie zu vermeiden. Nämlich jene auf die Versorgung mit Medikamenten. Dazu Herzog: „Wenn derartig hohe Kosten auf die pharmazeutischen Unternehmen zukommen, dann müssen sie ihr Überleben sicherstellen und können Medikamente, die jetzt schon zu niedrigen Preisen im Markt gehalten werden, unter diesen Umständen nicht weiter anbieten. Daher ist es wichtig, mit Maß und Ziel vorzugehen und Unternehmen nicht über Gebühr zu belasten, wenn wir alle als Patientinnen und Patienten dann nämlich das Nachsehen haben, wenn uns wichtige Medikamente fehlen.“
Die Europäische Kommission wird nun gefordert sein, die nächsten Schritte zu setzen. Die heutige Abstimmung ist rechtlich nicht bindend, setzt aber ein politisches Signal.
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29.05.2026
Life Sciences in Österreich: Der Standort braucht Rückenwind
Mehr lesenStandortpolitik thematisch im Zentrum der Generalversammlung der PHARMIG, des Verbandes der pharmazeutischen Industrie Österreichs.
Wien, 29. Mai 2026 – Bei der 72. Generalversammlung der PHARMIG, des Verbandes der pharmazeutischen Industrie Österreichs, stand die Zukunft des Life-Sciences-Standorts Österreich im Mittelpunkt. Angesichts geopolitischer Spannungen, eines zunehmenden internationalen Wettbewerbs und wachsender Anforderungen an das Gesundheitssystem wurde die Bedeutung stabiler wirtschafts- und standortpolitischer Voraussetzungen hervorgehoben.
Pavol Dobrocky, Präsident der PHARMIG, betonte die zentrale Rolle verlässlicher Rahmenbedingungen für die Branche: „Planungssicherheit und stabile Bedingungen sind entscheidend, damit wir unseren Beitrag leisten können, die Versorgung mit Arzneimitteln zu sichern, Innovation voranzutreiben und Therapien rasch zu den Patientinnen und Patienten zu bringen.“ Gleichzeitig würden sie ebenso beeinflussen, ob Investitionen, Forschung und Produktion nach Österreich kommen oder in andere Regionen abwandern.
„Ein leistungsfähiger Life-Sciences-Standort setzt voraus, dass Forschung, Produktion und Versorgung entlang einer gemeinsamen Strategie gedacht und umgesetzt werden. Dabei ist es wesentlich, dass Standort-, Forschungs- und Gesundheitspolitik klar aufeinander abgestimmt sind“, unterstrich Alexander Herzog, Generalsekretär des Verbandes, die Bedeutung einer kohärenten Standortpolitik. Zudem hob Herzog das Engagement der pharmazeutischen Unternehmen in Österreich hervor, die trotz schwerer Rahmenbedingungen weiterhin investieren und hier ihrem Versorgungsauftrag nachkommen.
Standortpolitik war denn auch zentrales Thema einer Panel-Diskussion im Rahmen der Veranstaltung. Die verschiedenen Perspektiven wurden dabei von Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation der Medizinischen Universität Wien, Anita Kienesberger, Obfrau von Die Allianz, Pavol Dobrocky, PHARMIG-Präsident und Geschäftsführer von Boehringer Ingelheim RCV, Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung, Verfassung, öffentlichen Dienst, Koordinierung und Kampf gegen Antisemitismus, Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft GPA sowie René Tritscher, Geschäftsführer der Austrian Business Agency, eingebracht.
Im Fokus standen Fragen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, der Versorgungssicherheit sowie der Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation. Thematisiert wurde auch das Spannungsfeld zwischen steigenden regulatorischen Anforderungen, wachsendem Kostendruck und dem Anspruch, Österreich als attraktiven Forschungs- und Produktionsstandort zu stärken. Dabei zeigte sich im Zuge der Diskussion abermals, dass nachhaltige Lösungen nur durch abgestimmtes Handeln von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erreicht werden können. Gerade der Life-Sciences-Sektor kann in Sachen Wettbewerbsfähigkeit und Standortstärkung eine zentrale Rolle einnehmen.
Im Zuge der Generalversammlung wurden auch personelle Entscheidungen getroffen. Während das Präsidium mit Präsident Pavol Dobrocky (Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG), Vizepräsident Roland Huemer (Richter Pharma AG) und den beiden Vizepräsidentinnen Elisabeth Keil (Daiichi Sankyo Austria GmbH) und Nicole Daniela Schlautmann (Merck Sharp & Dohme Ges.m.b.H.) unverändert bleibt, wurden drei für den Vorstand kooptierte Mitglieder seitens der Generalversammlung bestätigt: Michael Mayr (Fresenius Kabi Austria GmbH), Alexander Mülhaupt (Roche Austria GmbH) und Marco Pucci (Sandoz Austria GmbH). Im Vorstand des Verbandes verbleiben weiters: Mario Haller (Eli Lilly Ges.m.b.H.), Johann F. Kwizda (Kwizda Pharma GmbH), Elgar Schnegg (ratiopharm Arzneimittel Vertriebs GmbH), Nina Thill (Vertex Pharmaceuticals Austria), Wolfgang Wacek (Sanova Pharma Ges.m.b.H.) sowie Bernhard Wittmann (Sigmapharm Arzneimittel GmbH).
v.l.n.r.: Michael Mayr, Wolfgang Wacek, Johann F. Kwizda, Alexander Mülhaupt, Vizepräsidentin Nicole Daniela Schlautmann, Vizepräsident Roland Huemer, Präsident Pavol Dobrocky, Generalsekretär Alexander Herzog, Vizepräsidentin Elisabeth Keil und Mario Haller. Nicht im Bild: Marco Pucci, Elgar Schnegg, Nina Thill und Bernhard Wittmann.
Im Bild v. l. n. r.: René Tritscher, Geschäftsführer, Austrian Business Agency; Kristina Hentschel (Moderation), Pavol Dobrocky, Präsident, PHARMIG | Geschäftsführer, Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, Anita Kienesberger, Obfrau, Die Allianz, Alexander Pröll, Staatssekretär, Bundeskanzleramt, Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation, Medizinische Universität Wien, Alexander Herzog, Generalsekretär, PHARMIG, Barbara Teiber, Bundesvorsitzende, Gewerkschaft GPA, Bild: Katharina Schiffl
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26.05.2026
Rauchstopp als starker Hebel für Gesundheit und Versorgung
Mehr lesenTabakkonsum zählt zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Wer nicht raucht oder damit aufhört, kann zahlreiche Erkrankungen vermeiden und das Gesundheitssystem entlasten.
Wien, 26. Mai 2026 – Mehr als sieben Millionen Menschen sterben laut Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr weltweit an den Folgen des Tabakkonsums. Über 8.500 davon entfallen laut Epidemiologiebericht Sucht 2025 der Gesundheit Österreich GmbH auf Österreich. Ein erheblicher Teil dieser Erkrankungen und Todesfälle wäre durch konsequente Prävention vermeidbar. Daran erinnert der diesjährige Weltnichtrauchertag am 31. Mai.
„Rauchen ist kein harmloses Laster, sondern ein vermeidbarer Risikofaktor für schwere Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle. Wer mit dem Rauchen aufhört oder gar nicht erst damit beginnt, schützt die eigene Gesundheit und trägt dazu bei, Ressourcen zu schonen und die medizinische Versorgung zu entlasten. Damit wirkt sich jeder Rauchstopp für einen selbst und für die Gemeinschaft positiv aus“, betont Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, anlässlich des Aktionstags, der gleichzeitig das Ende der derzeit laufenden Europäischen Krebswoche markiert.
So gilt das Rauchen beispielsweise als Hauptursache für Lungenkrebs. Dabei zeigt der Europäische Plan zur Krebsbekämpfung, dass etwa 40 Prozent der Krebsfälle durch wirksame Prävention vermeidbar wären. Neben dem Tabakkonsum tragen auch Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und übermäßiger Alkoholkonsum wesentlich zur Entstehung unterschiedlicher Arten von Krebs bei.
Rund 2,7 Millionen Neuerkrankungen gibt es laut Europäischer Kommission pro Jahr. In Österreich sind es aktuell rund 48.000. Behandlungen, Arbeitsausfälle und steigender Pflegebedarf verursachen hohe Kosten. Präventionsmaßnahmen sind daher ein starker Hebel, um Erkrankungen und Kosten zu reduzieren.
Erfreulich ist, dass in den vergangenen fünf Jahren in Europa mehr als 100 Onkologika zur Zulassung empfohlen wurden und damit mehr Krebsarten behandelbar sind als je zuvor. Mehr als 2.000 onkologische Wirkstoffe befinden sich in der Pipeline.Dazu Herzog: „Auch wenn viele Krebsarten heute gut behandelbar sind, bleibt für jeden Einzelnen ein gesunder Lebensstil entscheidend. Wer hier ansetzt, schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems.“
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